„Familie ist mein Schlüssel zum Erfolg“

1. Dezember 2014

Gastronomin Helo de Souza @Hamburgisch by Culture

Zuwanderer haben im letzten Jahr € 22 Milliarden für den deutschen Staat erwirtschaftet. Sie ist eine von ihnen.

HHbyC HdS+PSdSHelo de Souza kam aus der brasilianischen Hafenstadt Santos auf Umwegen in die Hansestadt. In Hamburg, „mein persönlicher Hafen“, hat sie sich ihren Traum erfüllt: Helo Restaurant.

Kulinarisch verwöhnt die migrante Unternehmerin ihre Gäste mit feiner europäischer Küche und einem Hauch Brasilien. Und überrascht uns mit einem Superservice, herzlicher Atmospäre und monatlichen Live-Konzerten. Was heute so elegant und leicht anmutet, dafür brauchte sie angesichts mannigfaltiger Widerstände viel Resilienz.  Ohne staatliche Unterstützung hat sie sich aus dem Kellnerinnenjob heraus selbständig gemacht und mittlerweile 6 Arbeitsplätze geschaffen. Dabei musste sie auch auf Fachkräfte aus dem Ausland zurückgreifen, denn die meisten deutschen Bewerber konnten/wollten ihre Ansprüche an 100% Service + 100% Qualität nicht erfüllen.

3 geracoesHdS 8 Helo RestaurantBei uns scheinbar ein Auslaufmodell ist ihr wichtigster Pfeiler des Erfolgs die Familie. Mit Mutter und Tochter führt sie ein 3-Generationen-Unternehmen in Frauenhand. Die familiäre Handschrift findet sich auch bei der Innenausstattung: sie stammt von ihrem Bruder, einem Innenarchitekten aus São Paulo und die Gemälde an den Wänden mit Motiven aus Brasilien und Hamburg hat ihre Mutter kreiert.

Mit Petra Sorge dos Santos spricht sie über ihre frühe Selbständigkeit als 14jährige, den schwierigen Deutschland-Einstieg in einer schleswig-holsteinischen Kleinstadt, und -natürlich- darüber, wie die Hamburger ticken.

Hamburgisch by Culture mit Helo de Souza am 5.12. um 21:30h auf TIDE TV und danach in der Mediathek auf  tidenet.de


Was für ein Leben!

26. Februar 2014

TV-Tipp: AfroHamburgerin Marie Nejar, Vorbild an Resilienz

Wie frau an doppelter Ausgrenzung – eine Familienkonstellation voller Exklusion  in einer Zeit mit rassistischer Verfolgung – wachsen und Resilienz fürs Leben entwickeln kann.  Beeindruckend einfach und klar: Marie Nejar.
Sehen Sie eins meiner beeindruckendsten Gespräche in einer Wiederholung von 2010.

Zwischen Rampenlicht und Ausgrenzung kann das Leben ganz normal sein, findet Marie Nejar. „Doch Mensch sein, das ist nicht einfach“.

Geboren in die von den Nazis geprägten 30er Jahre, wuchs das kleine Schwarze Mädchen im damals schon sozial bunten St.Pauli auf. Ihre Großmutter,  eine verstoßene Wüstenfeld, selbst Enkelin der Pionierin von Frauenbildung und Sozialarbeit in Hamburg, hatte von Maries Existenz erst nach drei Jahren erfahren, und holte die unehelich geborene Enkeltochter aus dem Waisenhaus. Manche Eltern wollten ihren Kindern zwar den „gefährlichen Umgang“ untersagen, für ihre Freundinnen war Marie Nejar das Mädchen von nebenan. Aufgrund der Nürnberger Rassengesetze von 1935 konnte sie jedoch ihre Schulausbildung nicht beenden und wurde zur Zwangsarbeit in einer Fabrik verpflichtet. Mit Hilfe einer liberalen Klassenlehrerin, eines jüdischen Arztes und der Menschlichkeit von Polizisten der Davidswache konnte sie die ersten Jahre überleben. Ihre Hautfarbe brachte sie später zum (Propaganda)Film, an die Seite des legendären Hans Albers.
LP Leila NegraIn den 50ern machte ihre musikalische Begabung sie als Leila Negra berühmt. Auch wenn sie mit Sängerkollegen Peter Alexander über die Kindchen-Klischees, die ihr zugemutet wurden, lachen konnte, mit dreißig setzte sie dem Star mit Tedddy-Bär ein Ende. Ihren geliebten Jazz durfte sie nicht singen. Marie Nejar wollte danach ein ganz normales Leben führen und wurde Krankenschwester am Hamburger UKE.

Buch traurige AugenIm Gespräch mit Petra Sorge dos Santos erzählt sie von den nächtelangen Gesprächen der kleinen Marie mit ihrer Oma, warum ihre Mutter einfach nur eine Fremde war und wie sie sich mit 80 noch so fit hält. Erfahren Sie mehr über Hamburger Mentalität, „Manchmal ein bißchen ruppig und leicht pikiert“, eine gewisse Widerständigkeit der St.Paulianer, und über die Vorzüge der schönen Hansestadt „bei Sonne draußen im Café sitzen“ und was für Marie Nejar außerdem typisch an ihrer Heimat Hamburg ist. Sie, die so viel Ausgrenzung erlebt hat, macht sich abschließend stark für mehr Inklusion.

Das ganze Interview auf TIDE TV. Mehr über Marie Nejars Jugend im Dritten Reich in ihrer lesenswerten Biografie.


Zwischen Hamburg, Mumbai und der Welt

22. Mai 2013

Anita Shukla @ Hamburgisch by Culture TV

Anita Shukla @Hamburgisch by Culture TV

Anita Shukla @Hamburgisch by Culture TV

Hamburgerin aus Überzeugung und Weltbürgerin mit dem Herzen – Anita Shukla.
Ihre deutsche Mutter und ihr indischer Vater brachten mehr als zwei Sprachen in ihre Erziehung ein. Dönekes aus dem Rheinland, Suaheli aus Uganda und das Bayrisch aus München schärften früh die interkulturellen Sinne. Bereits mit acht dehnte sich ihre Kinderwelt von Mannheim über London bis nach Bombay aus. So waren Anglistik und Indologiestudium später konsquente Mosaiksteine auf dem Weg zur Businessberaterin India-EU, die sie heute ist.

Ein Fachbuch über die IT-Wirtschaft in Indien und die Suche nach qualifizierten Fachkräften für die deutsche Wirtschaft markieren den Weg der heutigen SIETAR-Vorsitzenden und Chair im India Council. In ihren interkulturellen Business-Trainings gelingt es Anita Shukla immer öfter, ihre Leidenschaft für Film und Theater zu integrieren, denn als Schauspielerin bietet sie auch Business-Theater.

Petra Sorge dos Santos und Anita Shukla

Petra Sorge dos Santos und Anita Shukla

Mit Petra Sorge dos Santos spricht sie über „Mother India“ und Hamburger Unterschiede zur britischen Mentalität. Sehen und hören Sie bei „Hamburgisch by Culture“ ausserdem vom Thali um die Ecke, über eine typische Hamburgerin, Rita Mirliauntas, und was Kaffeesack, Container und Schiffe für die Weltbürgerin Anita Shukla bedeuten.


Tanzend durch Hamburg

1. Februar 2013

Wiebke “June” Heinrich @ Hamburgisch by Culture

Im Talk: Petra Sorge dos Santos  mit Wiebke Heinrich

Im Talk: Petra Sorge dos Santos mit Wiebke Heinrich

Immer ist sie in Bewegung. Ob African Dance mit Diamoral, Rhythm of India oder Tanztheater mit Frauen – Wiebke Heinrich tanzt in mehreren Projekten gleichzeitig. Und als Tanzpädagogin unterrichtet sie Kinder und Jugendliche quer durch Hamburg – von Ballett bis HipHop. Letzteres verbindet sie nun mit ihrer Leidenschaft für Afrika. Mit dem Projekt “echange culturel” will sie nun Hambuger Nachswuchstalente mit jugendlichen HipHoppern im Senegal zusammen bringen.

Die junge Frau, die sich sonst nur mit dem Körper ausdrückt, mal ganz anders: In Hamburgisch by Culture kann man sie mit ihrer sanften Art des Geschichten-Erzählens erleben. Im Talk mit Petra Sorge dos Santos spricht sie nicht nur über die Eigenarten Hambuger Kinder in verschiedenen Stadtteilen sondern auch über “The Art of Storytelling”, ein Benefiz-Event mit Hamburger Künstlern. Last but not least verrät Wiebke Heinrich uns, was sie mit der Elbphilharmonie machen würde, wenn sie könnte.
FR 1.2. um 21:30 Wh SO 3.3. um 22:30 auf TIDE TV

Globalisierung multipliziert Vielfalt

4. Januar 2013

TV-Tipp: Bildungsforscher Prof. Dr. Louis Henri Seukwa
@Hamburgisch by Culture

Der Professor für Erziehungswissenschaften an der HAW Hamburg weiß, was interkulturelle Kompetenz ist – und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Er, der seine Geburtsstadt Yaounde früh verlassen hat und in insgesamt 12 Städten aufgewachsen ist, erforscht seit Jahren die Bedingungen von Migration. Für sein Buch „Der Habitus der Überlebenskunst“, eine Studie über Flüchtlinge in Deutschland,  erhielt Prof. Seukwa u.a. den Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Kompetenz. Heute ist der interkulturelle Bildungsforscher nur noch teilweise in Hamburg, an europäischen Universitäten ist transnationale Kooperation gefragt. Und damit die Kompetenz dessen, der sich schnell überall einzúfinden vermag. Also ist Dr. Louis Henri Seukwa wieder unterwegs, von Barcelona nach Florenz, Glasgow, Göteborg, Marseille über Stockholm und Wien zurück in die Hansestadt.

Professor Dr. Louis Henri Seukwa und Petra Sorge dos Santos

Petra Sorge dos Santos im Gespräch mit Prof. Dr. Louis Henri Seukwa

Mit Petra Sorge dos Santos spricht er vom Preis der Multifokalität seiner Kindheit, warum er seine Söhne für typische Hamburger hält und von den Subkulturen der Großstadt am Beispiel St.Georgs.  Professor Seukwa zeigt in Hamburgisch by Culture einen modernen Blick auf Hamburg, das sich mit anderen multikulturellen Großstädten im Wettbewerb um die besten Fachkräfte befindet. Und was die hybriden Städte der Gegenwart in Zukunft immer mehr brauchen: die Vielfalt ihrer Bewohner erkennen und anerkennen.
FR. 4.1. um 21:30h , Wh SO 6.1. um 22:30h auf  TIDE TV

Von der Neustadt in die Welt

2. November 2012

Petra Sorge dos Santos und Britta Kumi

TV-Tipp:
Hamburgerin Britta Kumi @Hamburgisch by Culture

Gibt es das eigentlich: typisch hamburgisch? Antworten gibt’s  bei Hamburgisch by Culture diesmal von einer jungen Expertin für internationale Kommunikation und Marketing.

Britta Kumi ist mitten in Hamburg mit Freundinnen aus vielen Kulturen aufgewachsen. Sie liebt die Hansestadt und fühlt sich zugleich auch in Ghana zuhause. Studiert hat sie nicht nur in Hamburg und Bremen, Auslandssemester in Edinburgh und Valencia haben ihren interkulturellen Blick geschärft. Afrika kennt sie aus der Arbeitsperspektive, Marktchancen von Solarenergie hieß ihr Theme in Ghana, als Touristguide war sie in Südafrika bei der WM. Gerade schließt die Tochter einer alleinerziehenden Afrikanerin ihren MBA in Interkulturellem Marketing ab. Und das ist ihr Motiv: „Marketing heißt, die Menschen und auch ihre Kultur zu verstehen”.
Hamburgisch? Das ist für Britta Kumi vor allem Offenheit und Vielfalt. Wie sie ihr Selbstbewusstsein erlangt hat und was sie Hamburg zurück gibt, darüber spricht sie mit Petra Sorge dos Santos auf TIDE TV.

FR 2.11. um21.30h und SA 10.11 um 19:00h auf  TIDE TV


Orientalisches Know-How für deutsche Unternehmer

3. August 2012

TV-Tipp: Omid Manavi  @Hamburgisch by Culture

Hamburger Jung und Sohn eines iranischen Teppichhändlers – das ist die ungewöhnliche Kombination, die Omid Manavi inzwischen auch beruflich zusammenbringt. Viele Jahre in Werbung und Finanzberatung haben ihm dann seine Bestimmung gezeigt: mit Herz und Verstand bringt er Unternehmern das Finanzhandwerk bei.
Und damit kaufmännisches Denken nicht so schwer fällt, benutzt er Bilder und Figuren aus der Welt seiner orientalischen Vorfahren.  Zusammen mit  „Adib Geldschlau“ – so heisst  auch das neue Buch –  lässt er uns von  erfolgreichen Kaufleuten lernen.
In HamburgischbyCulture erzahlt er von Hamburger Vorbildern, von Handschlag und Diskretion. Petra Sorge dos Santos entlockt ihm zusätzlich wichtige Tipps für jedermann sowie seine Sicht auf die dringendste Investition der Hansestadt.
FR 3.8. um 21:30h Wh. SO 5.8. um 22.30h auf TIDE TV