Ex-Minister über Brasiliens neue Kulturpolitik

24. Juli 2009
Gilberto Gil im Gespräch mit Petra Sorge dos Santos

Gilberto Gil im Gespräch mit Petra Sorge dos Santos

Auf seiner „Hier und Jetzt“-Tour durch Europa gab Gilberto Gil nur ein Deutschland-Konzert. Im einzigen Deutschland-Interview sprach der Ex-Kulturminister mit Petra Sorge dos Santos über die Erfolge der brasilianischen Kulturpolitik unter der Regierung Lula.
In Brasilien hat ein deutlicher Paradigmen-wechsel hin zur populären Kultur stattgefunden:  So wurden Teile brasilianischer Identität wie der Tanz  Samba de Roda und die Kampfkunst Capoeira von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, überall im Land werden Pontos de Cultura finanziert und zum ersten Mal in der Geschichte gibt es eine Altersvorsorge für Kulturschaffende.
International hat der globale Vordenker über die traditionell engen Beziehungen zu Europa hinaus Abkommen mit den PALOP-Ländern vertieft wie auch Convenios mit Indien und China abgeschlossen:
Auszüge aus dem Interview gibt es am 22.8. bei Radio Triangula um 16h zu hören – auf TIDE 96,0 bzw. als mp3 livestream


Tribute to Miriam Makeba – on air

22. November 2008

Miriam Makeba,  Africa’s all-time great artists and ambassador for the continent, died of a heart attack while performing in Italy two weeks ago.miriam-makeba11

Mama Africa became the first icon of the Anti-Apartheid struggle of her home country SouthAfrica in the early 60s, while being exiled in the US. The early globalist never stopped fighting for Human Rights and so she did on her last day on stage.

Saturday Nov 22 at 4pm (MEZ+2) listen to her songs and to music by other stars of worldmusic at Transglobal at 96.0 MHz in Hamburg or click on “ livestream“ on www.tidenet.de

Music from Nina Simone, Angelique Kidjo, Chico César, Ladysmith Black Mambazo and of course Miriam Makeba


Yes, we can!

7. November 2008

Viele von uns haben in der Wahlnacht mitgefiebert- und das war nicht nur in Hamburg so. Obama und seine Vision hat Menschen in aller Welt bewegt und Hoffnung mobilisiert. Der Melting Pot in den USA hat ihn gewählt.

Yes we can! sagten die Pistoleras wie aus der Pistole geschossen, als es im Frühjahr darum ging, für Obama zu campaignen. Hier hören wir die in New York lebenden Mexikaner mit neuen Augen blicken: mit Klick auf Listen und Lyrics nuevos ojos.

Yes,we can! ist auch das Motto der morgigen Ausgabe von Radio Triangula. Bevor der historische Moment und die Hoffnung im Allltag verpuffen, fragen wir Afrodeutsche und Migranten:

  • Was ist Ihre Vision? Wofür setzen Sie sich ein? Was können wir gemeinsam verändern?

Zwischen den Live-Anrufen im Studio gibt es „Obama“ Musik und mehr aus USA, Hawaii, Brasilien, Cuba, Kolumbien und dem Senegal- lassen Sie sich überraschen!
Mitmacher können Karten für die „Kings of Salsa“ am 14.11. in den Fliegenden Bauten gewinnen: Tel 413465 96 (nur während der Musik)

SA 8.11. 16h Radio Triangula TIDE 96.0 (hamburg 96 MHz) oder als livestream


Exportschlager aus Brasilien wird 50 – Bossa Nova, ein Radiotipp

30. August 2008

1958 eroberte ein Album die brasilianischen Hitparaden: Chega de Saudade des bahianischen Musikers João Gilberto, das er zusammen mit Tom Jobim in Rio kreiert hatte. Ein völlig neuer Weg -Bossa Nova- in der bis dahin eher pathetischen opernhaften Musik Brasiliens: Samba Canção kombiniert mit Cool Jazz. Im gleichen Jahr wurde Orfeu Negro von Marcel Camus in Rio gedreht. Mit dem Soundtrack aus der Feder Jobims begann der weltweite Siegeszug der Bossa Nova in Cannes. „The Girl from Ipanema“ ist heute noch auf Platz 2 der weltweit meistgespielten Songs.
Zahlreiche brasilianische Künstler bereicherten den Neuen Weg des gedämpften Gesangs mit synkopierter Gitarre. 1962 begann eine jahrzehntelange Kooperation mit den Jazzern Amerikas. Ihre Interpretationen hat Blue Note zum 50. in einem 3 teiligen Sampler neu aufgelegt.

Mehr über die frühe Weltmusik bei Transglobal heute um 16h als livestream. Musik u.a. von Ron Carter, Tania Maria, Eliana Elias, João Donato und Lou Rawls.

Morgen am 31. 8. ein Vertreter des Bossa Nova live in der Fabrik:
Joao Bosco mit der NDR Bigband


Globalist mit Identität aus Afrika

9. April 2008

Youssou N’Dour verwandelte Hamburgs „Grosse Freiheit“ in  Melting Pot

African Beauties – europäisch glatthaarig und glitzernd neben solchen mit knallroten Damastgewändern und lockerem Turban. Ihre Männer im Anzug neben dem Rasta in Patchworkhose und den Deutschen in Jeans und Pulli. Es ist voll und man trifft sich, Deutsche wie Afrikaner, Jahre nicht gesehen, meeting and greeting. Manche haben schon vor siebzehn Jahren an gleicher Stelle Mbalax getanzt. Jenen Tanz, dessen Polyrhythmik Youssou N’dour in die Welt und 1991 nach Hamburg gebracht hat.

Er und seine 15köpfige Band sind gut gelaunt, Youssou singt auf Wolof, immer wieder im Wechselgesang mit seinen Landsleuten vor der Bühne. Die bulligen Sicherheitsleute jedoch lassen niemand nach oben und so landen nur Papierknöllchen auf der Bühne. Es sind Euro-Noten – denn im Senegal würde man einem singenden Geschichtenerzähler die Ehre erweisen, indem man ihm Geldscheine in BouBou oder Kora legt oder gar auf die schweißnasse Stirn klebt.
Kaum einer bringt Tradition und Moderne so erfolgreich zusammen wie der Künstler, Mehrfachunternehmer und Unicef-Botschafter aus Dakar. Und YoussouN’Dour schafft den Spagat, Nord und Süd gleichzeitig zu begeistern – und dabei den Orient nicht zu verletzen. Aus Protest gegen den IrakKrieg cancelte er seine US-Tournee. Kurze Zeit später erhielt er den Grammy, die höchste amerikanische Musiktrophäe, für die CD „Egypt“ –  eine Reise zu den muslimischen Traditionen seiner Heimat Senegal.

Es ist möglich, global zu handeln und lokale Identität zu wahren – wenn nicht gar nötig. Womit identifizieren wir uns eigentlich?

Mehr über den afrikanischen Globalisten bei Radio Triangula als livestream am 26.4. um 16h.