Besser Wahrnehmen – Vielfalt zulassen

28. November 2012

Von den Anfangsschwierigkeiten beim Diversity Management

Keine ungewöhnliche Situation  – die amerikanischen Führungsriege eines internationalen Konzerns wollte mehr europäische Manager in ihren Reihen haben. Edgar Schein, der Guru der Organisationskultur,  berichtet, was dann passierte.
Die Manager schauten sich einige erfolgversprechende Kandidaten an, konnten aber keinen ganz und gar geeigneten finden. An jedem war etwas auszusetzen. Der aussichtsreichste Kandidat war schließlich ein Italiener. An ihm bemängelten sie jedoch, dass er zu emotional sei.  Ihrer Vorstellung nach konnte ein „emotionaler“ Mensch keine klaren Entscheidungen treffen.
Das war eine so tief verwurzelte Annahme, dass sie gar nicht mehr hinterfragt wurde. In Wirklichkeit suchten diese amerikanischen Manager nach ihresgleichen in Europa. Sie wussten es bloß nicht, und das war ihr Problem.

Edgar Schein*  behauptet, dass unter jeder Kultur eine Schicht von Annahmen und Werten liegt, die nicht mehr hinterfragt werden. Auf dieser Ebene bewegt sich sprachlich das „man“. Man weiß, was sich gehört. Man hält sich dran.

Geteilte Annahmen und Werte sind ausgesprochen wichtig für eine Gemeinschaft. Es geht dabei um Konventionen, enger oder weiter gefasste, oberflächlichere oder tiefgreifendere Konventionen, die einer Gruppe das gemeinsame Leben erleichtern.

Wenn nun Fremde in diese Kultur gelangen, in ihr landen oder sogar eingeladen werden, funktionieren manche Selbstverständlichkeiten nicht mehr. Das können Kleinigkeiten sein, wie das Lachen über Ostfriesenwitze oder das Essen mit Messer und Gabel. Es kann aber auch zu schwerer wiegenden Problemen kommen, wie bei der Interpretation von Körpersprache oder der Bewertung von Männer- und Frauenverhalten.

Wichtig ist, sich bewusst zu sein, dass man bereits auf der Basis von unausgesprochenen Annahmen wahrnimmt.

Der Andersartigkeit Platz zu machen, bedeutet also, die sichere, bequeme Sichtweise der gemeinsamen Annahmen und Werte ablegen zu können. Das ist nicht leicht und außerdem unbequem. Andererseits geht es nicht darum, neu auszuhandeln, ob man bei Grün, Rot oder Blau über die Straße gehen darf. Es geht auch nicht darum, das, was gestern schlecht war, heute gut zu finden.

Wichtig ist, die eingeschränkte Perspektive zu erweitern und klarer auf der Grundlage umfassender Einsichten zu urteilen. Eben nicht nach dem ersten Impuls, scheinbar objektiv nach „Sachlage“, sondern im Bewusstsein der eigenen Subjektivität.

Elisabeth Göhring,
Herausgeberin www.unternehmenskultur-magazin.de

Zum Vertiefen
*Edgar H. Schein, „Prozessberatung für die Organisation der Zukunft“, EHP Organisation, 2003 (S.131)

Ergänzende Artikel:


Change of Perspectives

29. August 2010

„Everything depends on how you look at it.“
New series about Crosscultural Communication

If we cooperate across cultures, the ability to change perspectives is fundamental to our success.

Lesson 1

Change of Perspectives

Change of Perspectives von petra hh

Patterns direct Perception.

What did you perceive on this postcard first?

  • text or fotos?
  • a mosaic of fotos  – or an exact number?
  • a single colour red- blue- white or the set?
  • single pictures or a cluster of ships / figures?
  • ….?

Most of us perceive what is known and/or meaningful to us. Our perception is selective. What is meaningful to us and how we select is shaped by our values and what modern science calls Thinking Pattern. And thinking patterns filter our attention. All this happens on the micro-level and in seconds.

You can be sure, it is not the same that your collegue, your children or even your partner perceive first – it is individual.

But if we look from a different angle, let’s say somebody who comes to Hamburg first or somebody who lives in a tropic jungle without speaking English – what might they perceive first? We will encounter culture

Challenge 1: Consciously change your perception filter

I’ll take the art of changing perspectives – photography- as a means to visualise what usually happens only inside our brain. During the following weeks you’ll find different perspectives on this blog, or more exact thinking preferences, illustrated by the photos on this postcard. Stay tuned. Or even better: activate your RSS-Feed.

Petra Sorge dos Santos, CL!C