Brasilianische Künstler und ihr Draht nach Oben

25. Dezember 2016

Profis und Talente auf Irmã Sheila’s Weihnachtsbühne

von Petra Sorge dos Santos

„Künstler haben eine besondere Sensibilität und damit auch einen besonderen Draht nach oben, zum Spirituellen“. Seit 26 Jahren kümmert Irmã Sheilla sich  um das seelische Wohlbefinden von Brasilianern und Deutschen in Hamburg. Sie und ihr weltlicher Arm, Initiatotin Mariley Lopes Stoll, haben zugleich eine große Wertschätzung für die Kunst und ihre Protagonisten. Zum dritten Mal hatte sie quer durch die Genres eingeladen und 39 Künstler sind ihrem Ruf gefolgt.

„You’ve got a friend“ mit ihrer Version  er-öffnete Jazz-und Bossa-Sängerin Leila Pantel den Abend wie auch unsere Seelen.

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Leila Pantel – ChorCovado – Schauspielgruppe

Gefolgt vom bunten ChorCovado. Den deutsch-brasilianischen Chor, ein Vorbild an Inklusion -von Laien und ProfiSängern,  Frauen und Männern, Alt und Jung- hat die erfahrene Chorleiterin Suely Lauar in fünf Jahren zu wahrer Perfektion geführt. Das unvergleichliche „Aquarela do Brasil“ füllte den Saal an der Horner Rennbahn vielstimmig aus. Mit einem kleinen Schauspiel gings weiter. Wir sahen, wie eine ganz normale Familie am Heiligabend den schüchternen Bettler Josué zum Essen einlud.

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Constanze Matheus – Wado Barcellos – Joje Watutsi

Im Programm auch eine deutsche Sängerin:  Constanze Matheus erzählte zum Klang der Harfe von der ganz pragmatischen Weihnachtshilfe ihres kleinen Sohnes. Mit klangheller Stimme sang sie auf Hebräisch und auf Finnisch aus ihren ‚Liedern um die Welt‘. Die Musiktherapeutin in ihr schließlich entließ uns mit gesummten Ommms und unserer inneren Liebesbotschaft in die Dinnerpause.
Nach der Musik von Wado Barcellos mit Hit von Gil und einer Eigenkomposition war es Zeit für eine Perfomance. Joje Watutsi, Percussionist, Tänzer und 1.Streetperformer aus Bahia stellte uns „Noel, o padrasto“, den Weihnachtsmann als stiefväterlichen Erziehungsberechtigten vor. Perspektivwechsel zum Mitdenken.

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Anninha – Nil Lus – As Baianas

Gefolgt von Aninha, die als gelangweilte Ballettänzerin ihre Freude am Forró auf Spitzen entdeckt. Gitarrist und Sänger Nil Lus entführte uns in die Welt der Heiligen, zu São Jorge nach Kappadokien und zu Iemanjá vor die Küste Syriens. Beeindruckend interpretiert und zum Nachdenken. Wie immer in Brasilien folgte der Kontrast sofort. Fröhlich und farbenfroh ging es weiter mit Rosário und den Baianas. Kostümtanz zu Rios Samba-Rhythmen.

Anisia und Sonia von Macabahia

Anisia und Sonia von Macabahia

Den Abschluss gestaltete Macabahia. Ein im letzten Jahr entdecktes Duo von Anisia aus Bahia und Sonia aus Macapá. Professionell begleitet von vier deutschen Musikern machten sie mit ihren schönen so unterschiedlichen Stimmen den „Canto aos orishás“ zum verdienten Höhepunkt des Abends.
Ein tolles Kaleidoskop brasilianischer Künstler und Talente, ein wunderbarer Weihnachtsauftakt!
Wer kulturelle Vielfalt plus Qualität in Hamburgs brasilianischer Diaspora erleben möchte, sollte sich die Weihnachtsfeier von Irmã Sheila für 2017 vormerken.

Fotos ©Petra Sorge dos Santos

PS: Wer schon im Januar sein Höheres Ich mit Kultur verbinden möchte, der kommt am 15. an die Landungsbrücken. Salvador hat die Lavegem do Bomfim, Hamburg die Levada do Bom Começo!

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„Familie ist mein Schlüssel zum Erfolg“

1. Dezember 2014

Gastronomin Helo de Souza @Hamburgisch by Culture

Zuwanderer haben im letzten Jahr € 22 Milliarden für den deutschen Staat erwirtschaftet. Sie ist eine von ihnen.

HHbyC HdS+PSdSHelo de Souza kam aus der brasilianischen Hafenstadt Santos auf Umwegen in die Hansestadt. In Hamburg, „mein persönlicher Hafen“, hat sie sich ihren Traum erfüllt: Helo Restaurant.

Kulinarisch verwöhnt die migrante Unternehmerin ihre Gäste mit feiner europäischer Küche und einem Hauch Brasilien. Und überrascht uns mit einem Superservice, herzlicher Atmospäre und monatlichen Live-Konzerten. Was heute so elegant und leicht anmutet, dafür brauchte sie angesichts mannigfaltiger Widerstände viel Resilienz.  Ohne staatliche Unterstützung hat sie sich aus dem Kellnerinnenjob heraus selbständig gemacht und mittlerweile 6 Arbeitsplätze geschaffen. Dabei musste sie auch auf Fachkräfte aus dem Ausland zurückgreifen, denn die meisten deutschen Bewerber konnten/wollten ihre Ansprüche an 100% Service + 100% Qualität nicht erfüllen.

3 geracoesHdS 8 Helo RestaurantBei uns scheinbar ein Auslaufmodell ist ihr wichtigster Pfeiler des Erfolgs die Familie. Mit Mutter und Tochter führt sie ein 3-Generationen-Unternehmen in Frauenhand. Die familiäre Handschrift findet sich auch bei der Innenausstattung: sie stammt von ihrem Bruder, einem Innenarchitekten aus São Paulo und die Gemälde an den Wänden mit Motiven aus Brasilien und Hamburg hat ihre Mutter kreiert.

Mit Petra Sorge dos Santos spricht sie über ihre frühe Selbständigkeit als 14jährige, den schwierigen Deutschland-Einstieg in einer schleswig-holsteinischen Kleinstadt, und -natürlich- darüber, wie die Hamburger ticken.

Hamburgisch by Culture mit Helo de Souza am 5.12. um 21:30h auf TIDE TV und danach in der Mediathek auf  tidenet.de


„A“ Presidenta

10. September 2014

Kolumne über Frauen und die Macht der Sprache

Gestern hatte unser Honorarkonsul zum brasilianischen Unabhängigkeitstag geladen. Ein interkulturelles Fallbeispiel.

Amtsantritt einer Frau - Präsidentin Dilma

Amtsantritt einer Frau – Präsidentin Dilma

Mitten in einem Gespräch über Frauen im brasilianischen Bürgerrat traf mich quer von der Seite die Belehrung einer jungen Brasilianerin.  Brasiliens Presidenta Dilma Rousseff  müsse richtig „O Presidente“ heißen. Die maskuline Form sei schließlich die allgemeine Form für das Präsidentenamt. Meine Antwort, dass selbst das brasilianische Präsidialamt offiziell von „a presidenta„, der Präsidentin, spricht und schreibt, war in ihren Augen kein Argument.
Da dies kein Einzelfall ist, aber doch bemerkenswert, greife ich jetzt mal in die Tastatur.

Wer würde heute in Deutschland beim Auftritt von Angela Merkel noch sagen „es spricht der Kanzler„? Richtig, vielleicht noch ein paar Ewiggestrige. Frau Merkel ist die Staatenlenkerin Deutschlands und laut Wirtschaftsmagazin Forbes die mächtigste Frau der Welt. Sie verdient eine Bezeichnung, hinter der die Frau sich nicht verstecken muß. Doch nicht nur sie.
Auf meinem Zertifikat der Universität Hamburg heißt es noch „Diplom-Pädagoge“. Damit hab ich mich wie viele andere meiner Generation schon 1981 nicht mehr gemeint gefühlt. Das Primat der Subsumierung von Frauen in der männlichen Berufsbezeichnung ist eine lange, auch deutsche Tradition. Und die hat sich nicht von selbst verändert.

Sprache reflektiert Gesellschaft, gesellschaftliche Veränderungen. Damit unterliegt auch sie selbst dem Wandel.

Von „Vaterland.Muttersprache„,  „Übung macht die Meisterin“ bis hin zur „Geschlechtersymmetrie“ –  die Reflektion von ‚Frauensprache-Männersprache‚ schüttelt Deutschland in Linguistik und Gesellschaft seit Beginn der 80er Jahre. In Brasilien ging es zur gleichen Zeit  um Demokratisierung nach einer langen Diktatur. Die harten Fakten (Existenzsicherung) kamen meist vor den weichen (Diskriminierung in und Exklusion durch Sprache). Dennoch wurde ich während vieler Beratungseinsätze in Brasilien schon in den 90ern Zeugin der Femininisierung des Brasilianisch.  Verständlich, dass Veränderungen wie die Sichtbarmachung von Frauen in der Sprache, zunächst von einzelnen initiiert werden.  Dann werden es immer größere Gruppen, erst danach beginnen Organisationen und Institutionen Sprachänderungen zu übernehmen. Bis zur Anerkennung im Sprach-TÜV, dem deutschen Duden oder dem brasilianischen Aurelio, vergehen allerdings schon mal Jahrzehnte.

Sprache zeigt Haltung

Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat Brasiliens Präsidentin, Dilma Rousseff, 2013 zur drittmächtigsten Frau der Welt gekürt. Umso bemerkenswerter finde ich das Beispiel der jungen Frau:  vielleicht eine Studentin, eventuell sogar Stipendiatin des Programms der von ihr auf die männliche Form reduzierten Präsidentin.  Was für ein Paradox, vor mir eine junge Brasilianerin in Deutschland, die für ihre eigene Abkoppelung vom Fortschritt kämpft – sollte ich lachen oder weinen?
Denn sie repräsentiert das junge Brasilien, eine dynamische Generation, die auch in Deutschland etwas bewirken könnte.  Im Gespräch zeigte ihr Verhalten nur das alte Brasilien. Die immer noch starke Definitionsmacht einer kleinen männlichen Elite in einem sich rasant modernisierendem Land. Dabei ist die Mehrheit der 200 Millionen Brasilianer weiblich und jung 1).  Sollte Sprache das nicht widerspiegeln dürfen oder sogar müssen?

Zugegeben, Brasilien ist komplex und eine Gesllschaft mit äußerst vielen Widersprüchen. Wieviel könnte die junge Frau von ihrem Aufenthalt profitieren, wäre sie beweglich im Kopf.  Was für ein einmaliges Privileg, Perspektiven zu wechseln und aus dem fruchtbaren Aufeinandertreffen der Kulturen zu lernen! Doch das geht nicht ohne bewußte Entwicklung der eigenen Kompetenz zwischen den Kulturen. Als Botschafterin 2) des aktuellen Brasiliens, die auch sie, gewollt oder ungewollt, ist.
Vielleicht hat es der jungen Frau aber auch nur an acesso, an Zugang zu Informationen, Zugang zu Veränderungen in ihrem Land gefehlt… Se atualize, mulher! würde ich am liebsten sagen.

Wie sprechen wir Vielfalt und Inklusion?

Als Frau mit viel Erfahrung und Reflexion zwischen Brasilien und Deutschland weiß ich, dass Kommentaren von Nicht-BrasilianerInnen zur ‚Terra Mãe‘  zunächst oft mit Misstrauen begegnet wird. Entendo.
Wer mich kennt, schätzt meine Lösungsorientierung, der ich auch als Coach verpflichtet bin. Hier kommt die brasilianische Antwort. Geeignet zugleich für den Conselho de Cidadania de Hamburgo in der Vorbereitung auf den bevorstehenden Kongreß zu Genderfragen in Brasilia.

Manual Linguagem nao sexistaDas Handbuch, dass nun auch offizell Abhilfe schafft: O „Manual para o Uso não Sexista da Linguagem“, der 112seitige Leitfaden zum nichtsexistischen Gebrauch der Sprache, wurde gerade von der Regierung des Bundesstaats Rio Grande do Sul veröffentlicht.
Unser Thema wird dort ausführlich in Kapitel 6 behandelt – Berufe, die von Frauen ausgeübt werden. Und dort heißt es natürlich „a presidenta“.
Wie auch:

„Der Widerstand gegen die Verweiblichung von Berufen oder Ämtern basiert niemals auf rein linguistischen Argumenten, …, Sprachen sind üblicherweise generös, … die Riegel sind ideologisch.“
“As resistências a feminizar uma profissão ou cargo nunca se baseia em argumentações estritamente linguísticas, porque as resistências não vêm da língua, as línguas costumam serem amplas e generosas, dúcteis e maleáveis, hábeis e em perpétuo trânsito; as travas são ideológicas…”
Eulàlia Lledó Cunill (2002)

In diesem Sinne  hier der Link zum Manual, das die Grammatik in ein wunderbares Lesebuch über die brasilianische Sprache integriert. Mal sehen, ob sich auch die etwas konservativeren BrasilianerInnen mit „A Presidenta“ anfreunden können. Denn eins ist jetzt 4 Wochen vor der Wahl schon sicher: auch ihre nächste Präsidentin wird eine Frau. Unsicher ist nur der Vorname.

Petra Sorge dos Santos

Petra Sorge dos Santos arbeitet als Brasil International Coach mit Professionals aus Deutschland, Brasilien, Portugal und Angola. Die studierte Berufsbildnerin trainiert nicht nur männliche Führungskräfte zu Diversity.
Cultures Change Leadership – CL!CAnm 1+2 Blog1 presidenta

Zwischen Hamburg, Mumbai und der Welt

22. Mai 2013

Anita Shukla @ Hamburgisch by Culture TV

Anita Shukla @Hamburgisch by Culture TV

Anita Shukla @Hamburgisch by Culture TV

Hamburgerin aus Überzeugung und Weltbürgerin mit dem Herzen – Anita Shukla.
Ihre deutsche Mutter und ihr indischer Vater brachten mehr als zwei Sprachen in ihre Erziehung ein. Dönekes aus dem Rheinland, Suaheli aus Uganda und das Bayrisch aus München schärften früh die interkulturellen Sinne. Bereits mit acht dehnte sich ihre Kinderwelt von Mannheim über London bis nach Bombay aus. So waren Anglistik und Indologiestudium später konsquente Mosaiksteine auf dem Weg zur Businessberaterin India-EU, die sie heute ist.

Ein Fachbuch über die IT-Wirtschaft in Indien und die Suche nach qualifizierten Fachkräften für die deutsche Wirtschaft markieren den Weg der heutigen SIETAR-Vorsitzenden und Chair im India Council. In ihren interkulturellen Business-Trainings gelingt es Anita Shukla immer öfter, ihre Leidenschaft für Film und Theater zu integrieren, denn als Schauspielerin bietet sie auch Business-Theater.

Petra Sorge dos Santos und Anita Shukla

Petra Sorge dos Santos und Anita Shukla

Mit Petra Sorge dos Santos spricht sie über „Mother India“ und Hamburger Unterschiede zur britischen Mentalität. Sehen und hören Sie bei „Hamburgisch by Culture“ ausserdem vom Thali um die Ecke, über eine typische Hamburgerin, Rita Mirliauntas, und was Kaffeesack, Container und Schiffe für die Weltbürgerin Anita Shukla bedeuten.


Brasiliens Weisser Schwan in Hamburg

13. Mai 2013

Deutschlandjahr in Brasilien gestartet

NVe Cisne Branco empfängt neben der Alexander von Humboldt

NV Cisne Branco empfängt neben der Alexander von Humboldt

Brasiliens „Weisser Schwan“ hat Eindruck hinterlassen auf dem 824.Hafengeburtstag der Hansestadt.
Vier Tage lag das elegante Segelschiff der brasilianischen Marine zu Repräsentationszwecken an den Landungsbrücken – direkt neben der Alexander von Humboldt II. Der berühmte Forscher und frühe Globalist gleichen Namens hatte bedeutend zur Entdeckung brasilianischer Flora beigetragen.
Auf dem Empfang am Freitag trafen sich Vertreter von Hansestadt, Marine und Wirtschaft sowie Teile der brasilianischen Community mit Offizieren und Crew der Cisne Branco. Zusammen mit dem Chor Covado und der schiffseigenen Band trotzten sie der steifen Brise und genossen die Highlights des Hafengeburtstags.
Auf der traditionellen Auslaufparade am Sonntag, diesmal mit 75 Schiffen aus aller Welt, war die NVe Cisne Branco dann die Nummer Eins.

Heute eröffnet Bundespräsident Gauck das Deutschlandjahr in Brasilien.
Spätestens im Sommer 2014 wird die Hansestadt erneut Vertreter der derzeit 6.größten Ökonomie der Welt empfangen – dann ist Hamburg Gastgeber der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage.

Petra Sorge dos Santos

Brasiliens No1 der Marine führt Auslaufparade an

Brasiliens Segelschulschiff führt Auslaufparade an


Tanzend durch Hamburg

1. Februar 2013

Wiebke “June” Heinrich @ Hamburgisch by Culture

Im Talk: Petra Sorge dos Santos  mit Wiebke Heinrich

Im Talk: Petra Sorge dos Santos mit Wiebke Heinrich

Immer ist sie in Bewegung. Ob African Dance mit Diamoral, Rhythm of India oder Tanztheater mit Frauen – Wiebke Heinrich tanzt in mehreren Projekten gleichzeitig. Und als Tanzpädagogin unterrichtet sie Kinder und Jugendliche quer durch Hamburg – von Ballett bis HipHop. Letzteres verbindet sie nun mit ihrer Leidenschaft für Afrika. Mit dem Projekt “echange culturel” will sie nun Hambuger Nachswuchstalente mit jugendlichen HipHoppern im Senegal zusammen bringen.

Die junge Frau, die sich sonst nur mit dem Körper ausdrückt, mal ganz anders: In Hamburgisch by Culture kann man sie mit ihrer sanften Art des Geschichten-Erzählens erleben. Im Talk mit Petra Sorge dos Santos spricht sie nicht nur über die Eigenarten Hambuger Kinder in verschiedenen Stadtteilen sondern auch über “The Art of Storytelling”, ein Benefiz-Event mit Hamburger Künstlern. Last but not least verrät Wiebke Heinrich uns, was sie mit der Elbphilharmonie machen würde, wenn sie könnte.
FR 1.2. um 21:30 Wh SO 3.3. um 22:30 auf TIDE TV

Globalisierung multipliziert Vielfalt

4. Januar 2013

TV-Tipp: Bildungsforscher Prof. Dr. Louis Henri Seukwa
@Hamburgisch by Culture

Der Professor für Erziehungswissenschaften an der HAW Hamburg weiß, was interkulturelle Kompetenz ist – und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Er, der seine Geburtsstadt Yaounde früh verlassen hat und in insgesamt 12 Städten aufgewachsen ist, erforscht seit Jahren die Bedingungen von Migration. Für sein Buch „Der Habitus der Überlebenskunst“, eine Studie über Flüchtlinge in Deutschland,  erhielt Prof. Seukwa u.a. den Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Kompetenz. Heute ist der interkulturelle Bildungsforscher nur noch teilweise in Hamburg, an europäischen Universitäten ist transnationale Kooperation gefragt. Und damit die Kompetenz dessen, der sich schnell überall einzúfinden vermag. Also ist Dr. Louis Henri Seukwa wieder unterwegs, von Barcelona nach Florenz, Glasgow, Göteborg, Marseille über Stockholm und Wien zurück in die Hansestadt.

Professor Dr. Louis Henri Seukwa und Petra Sorge dos Santos

Petra Sorge dos Santos im Gespräch mit Prof. Dr. Louis Henri Seukwa

Mit Petra Sorge dos Santos spricht er vom Preis der Multifokalität seiner Kindheit, warum er seine Söhne für typische Hamburger hält und von den Subkulturen der Großstadt am Beispiel St.Georgs.  Professor Seukwa zeigt in Hamburgisch by Culture einen modernen Blick auf Hamburg, das sich mit anderen multikulturellen Großstädten im Wettbewerb um die besten Fachkräfte befindet. Und was die hybriden Städte der Gegenwart in Zukunft immer mehr brauchen: die Vielfalt ihrer Bewohner erkennen und anerkennen.
FR. 4.1. um 21:30h , Wh SO 6.1. um 22:30h auf  TIDE TV