Frauen in Führung – auch damals schon

13. August 2015

Stadt der Frauen – eine Learning Journey

16.-18.10.2015

  • Wie wird eine junge Frau zur ersten Schriftstellerin in Deutschland?
  • Was hieß es, als junge Osmanin nach Deutschland verheiratet zu werden und dieses Land als erste Kaiserin nachhaltig zu prägen?
  • Was bedeutete es im 17.Jh, erfolgreich Kultursponsoring zu betreiben?

Es gibt einen Ort, an dem sich die Wege dieser drei Frauen, die Wege von Roswitha, Theophanu und Ernestine kreuzen: Gandersheim.
Frauen waren in dieser heute noch malerischen Kleinstadt fast 1000 Jahre in Führung. Und dabei waren sie erstaunlich modern.

Wollen Sie die Learnings für heute mitnehmen?

Dann kommen Sie im Oktober mit auf die allererste Entdeckungsreise für Frauen in Führung. Verbinden Sie Lernen und Austausch unter ‚Kolleginnen‘ mit Genuss.

Anmeldung

Petra Sorge dos Santos
Frauen international in Führung
Business-Coach, Trainerin und Moderatorin

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„Familie ist mein Schlüssel zum Erfolg“

1. Dezember 2014

Gastronomin Helo de Souza @Hamburgisch by Culture

Zuwanderer haben im letzten Jahr € 22 Milliarden für den deutschen Staat erwirtschaftet. Sie ist eine von ihnen.

HHbyC HdS+PSdSHelo de Souza kam aus der brasilianischen Hafenstadt Santos auf Umwegen in die Hansestadt. In Hamburg, „mein persönlicher Hafen“, hat sie sich ihren Traum erfüllt: Helo Restaurant.

Kulinarisch verwöhnt die migrante Unternehmerin ihre Gäste mit feiner europäischer Küche und einem Hauch Brasilien. Und überrascht uns mit einem Superservice, herzlicher Atmospäre und monatlichen Live-Konzerten. Was heute so elegant und leicht anmutet, dafür brauchte sie angesichts mannigfaltiger Widerstände viel Resilienz.  Ohne staatliche Unterstützung hat sie sich aus dem Kellnerinnenjob heraus selbständig gemacht und mittlerweile 6 Arbeitsplätze geschaffen. Dabei musste sie auch auf Fachkräfte aus dem Ausland zurückgreifen, denn die meisten deutschen Bewerber konnten/wollten ihre Ansprüche an 100% Service + 100% Qualität nicht erfüllen.

3 geracoesHdS 8 Helo RestaurantBei uns scheinbar ein Auslaufmodell ist ihr wichtigster Pfeiler des Erfolgs die Familie. Mit Mutter und Tochter führt sie ein 3-Generationen-Unternehmen in Frauenhand. Die familiäre Handschrift findet sich auch bei der Innenausstattung: sie stammt von ihrem Bruder, einem Innenarchitekten aus São Paulo und die Gemälde an den Wänden mit Motiven aus Brasilien und Hamburg hat ihre Mutter kreiert.

Mit Petra Sorge dos Santos spricht sie über ihre frühe Selbständigkeit als 14jährige, den schwierigen Deutschland-Einstieg in einer schleswig-holsteinischen Kleinstadt, und -natürlich- darüber, wie die Hamburger ticken.

Hamburgisch by Culture mit Helo de Souza am 5.12. um 21:30h auf TIDE TV und danach in der Mediathek auf  tidenet.de


„A“ Presidenta

10. September 2014

Kolumne über Frauen und die Macht der Sprache

Gestern hatte unser Honorarkonsul zum brasilianischen Unabhängigkeitstag geladen. Ein interkulturelles Fallbeispiel.

Amtsantritt einer Frau - Präsidentin Dilma

Amtsantritt einer Frau – Präsidentin Dilma

Mitten in einem Gespräch über Frauen im brasilianischen Bürgerrat traf mich quer von der Seite die Belehrung einer jungen Brasilianerin.  Brasiliens Presidenta Dilma Rousseff  müsse richtig „O Presidente“ heißen. Die maskuline Form sei schließlich die allgemeine Form für das Präsidentenamt. Meine Antwort, dass selbst das brasilianische Präsidialamt offiziell von „a presidenta„, der Präsidentin, spricht und schreibt, war in ihren Augen kein Argument.
Da dies kein Einzelfall ist, aber doch bemerkenswert, greife ich jetzt mal in die Tastatur.

Wer würde heute in Deutschland beim Auftritt von Angela Merkel noch sagen „es spricht der Kanzler„? Richtig, vielleicht noch ein paar Ewiggestrige. Frau Merkel ist die Staatenlenkerin Deutschlands und laut Wirtschaftsmagazin Forbes die mächtigste Frau der Welt. Sie verdient eine Bezeichnung, hinter der die Frau sich nicht verstecken muß. Doch nicht nur sie.
Auf meinem Zertifikat der Universität Hamburg heißt es noch „Diplom-Pädagoge“. Damit hab ich mich wie viele andere meiner Generation schon 1981 nicht mehr gemeint gefühlt. Das Primat der Subsumierung von Frauen in der männlichen Berufsbezeichnung ist eine lange, auch deutsche Tradition. Und die hat sich nicht von selbst verändert.

Sprache reflektiert Gesellschaft, gesellschaftliche Veränderungen. Damit unterliegt auch sie selbst dem Wandel.

Von „Vaterland.Muttersprache„,  „Übung macht die Meisterin“ bis hin zur „Geschlechtersymmetrie“ –  die Reflektion von ‚Frauensprache-Männersprache‚ schüttelt Deutschland in Linguistik und Gesellschaft seit Beginn der 80er Jahre. In Brasilien ging es zur gleichen Zeit  um Demokratisierung nach einer langen Diktatur. Die harten Fakten (Existenzsicherung) kamen meist vor den weichen (Diskriminierung in und Exklusion durch Sprache). Dennoch wurde ich während vieler Beratungseinsätze in Brasilien schon in den 90ern Zeugin der Femininisierung des Brasilianisch.  Verständlich, dass Veränderungen wie die Sichtbarmachung von Frauen in der Sprache, zunächst von einzelnen initiiert werden.  Dann werden es immer größere Gruppen, erst danach beginnen Organisationen und Institutionen Sprachänderungen zu übernehmen. Bis zur Anerkennung im Sprach-TÜV, dem deutschen Duden oder dem brasilianischen Aurelio, vergehen allerdings schon mal Jahrzehnte.

Sprache zeigt Haltung

Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat Brasiliens Präsidentin, Dilma Rousseff, 2013 zur drittmächtigsten Frau der Welt gekürt. Umso bemerkenswerter finde ich das Beispiel der jungen Frau:  vielleicht eine Studentin, eventuell sogar Stipendiatin des Programms der von ihr auf die männliche Form reduzierten Präsidentin.  Was für ein Paradox, vor mir eine junge Brasilianerin in Deutschland, die für ihre eigene Abkoppelung vom Fortschritt kämpft – sollte ich lachen oder weinen?
Denn sie repräsentiert das junge Brasilien, eine dynamische Generation, die auch in Deutschland etwas bewirken könnte.  Im Gespräch zeigte ihr Verhalten nur das alte Brasilien. Die immer noch starke Definitionsmacht einer kleinen männlichen Elite in einem sich rasant modernisierendem Land. Dabei ist die Mehrheit der 200 Millionen Brasilianer weiblich und jung 1).  Sollte Sprache das nicht widerspiegeln dürfen oder sogar müssen?

Zugegeben, Brasilien ist komplex und eine Gesllschaft mit äußerst vielen Widersprüchen. Wieviel könnte die junge Frau von ihrem Aufenthalt profitieren, wäre sie beweglich im Kopf.  Was für ein einmaliges Privileg, Perspektiven zu wechseln und aus dem fruchtbaren Aufeinandertreffen der Kulturen zu lernen! Doch das geht nicht ohne bewußte Entwicklung der eigenen Kompetenz zwischen den Kulturen. Als Botschafterin 2) des aktuellen Brasiliens, die auch sie, gewollt oder ungewollt, ist.
Vielleicht hat es der jungen Frau aber auch nur an acesso, an Zugang zu Informationen, Zugang zu Veränderungen in ihrem Land gefehlt… Se atualize, mulher! würde ich am liebsten sagen.

Wie sprechen wir Vielfalt und Inklusion?

Als Frau mit viel Erfahrung und Reflexion zwischen Brasilien und Deutschland weiß ich, dass Kommentaren von Nicht-BrasilianerInnen zur ‚Terra Mãe‘  zunächst oft mit Misstrauen begegnet wird. Entendo.
Wer mich kennt, schätzt meine Lösungsorientierung, der ich auch als Coach verpflichtet bin. Hier kommt die brasilianische Antwort. Geeignet zugleich für den Conselho de Cidadania de Hamburgo in der Vorbereitung auf den bevorstehenden Kongreß zu Genderfragen in Brasilia.

Manual Linguagem nao sexistaDas Handbuch, dass nun auch offizell Abhilfe schafft: O „Manual para o Uso não Sexista da Linguagem“, der 112seitige Leitfaden zum nichtsexistischen Gebrauch der Sprache, wurde gerade von der Regierung des Bundesstaats Rio Grande do Sul veröffentlicht.
Unser Thema wird dort ausführlich in Kapitel 6 behandelt – Berufe, die von Frauen ausgeübt werden. Und dort heißt es natürlich „a presidenta“.
Wie auch:

„Der Widerstand gegen die Verweiblichung von Berufen oder Ämtern basiert niemals auf rein linguistischen Argumenten, …, Sprachen sind üblicherweise generös, … die Riegel sind ideologisch.“
“As resistências a feminizar uma profissão ou cargo nunca se baseia em argumentações estritamente linguísticas, porque as resistências não vêm da língua, as línguas costumam serem amplas e generosas, dúcteis e maleáveis, hábeis e em perpétuo trânsito; as travas são ideológicas…”
Eulàlia Lledó Cunill (2002)

In diesem Sinne  hier der Link zum Manual, das die Grammatik in ein wunderbares Lesebuch über die brasilianische Sprache integriert. Mal sehen, ob sich auch die etwas konservativeren BrasilianerInnen mit „A Presidenta“ anfreunden können. Denn eins ist jetzt 4 Wochen vor der Wahl schon sicher: auch ihre nächste Präsidentin wird eine Frau. Unsicher ist nur der Vorname.

Petra Sorge dos Santos

Petra Sorge dos Santos arbeitet als Brasil International Coach mit Professionals aus Deutschland, Brasilien, Portugal und Angola. Die studierte Berufsbildnerin trainiert nicht nur männliche Führungskräfte zu Diversity.
Cultures Change Leadership – CL!CAnm 1+2 Blog1 presidenta

Was für ein Leben!

26. Februar 2014

TV-Tipp: AfroHamburgerin Marie Nejar, Vorbild an Resilienz

Wie frau an doppelter Ausgrenzung – eine Familienkonstellation voller Exklusion  in einer Zeit mit rassistischer Verfolgung – wachsen und Resilienz fürs Leben entwickeln kann.  Beeindruckend einfach und klar: Marie Nejar.
Sehen Sie eins meiner beeindruckendsten Gespräche in einer Wiederholung von 2010.

Zwischen Rampenlicht und Ausgrenzung kann das Leben ganz normal sein, findet Marie Nejar. „Doch Mensch sein, das ist nicht einfach“.

Geboren in die von den Nazis geprägten 30er Jahre, wuchs das kleine Schwarze Mädchen im damals schon sozial bunten St.Pauli auf. Ihre Großmutter,  eine verstoßene Wüstenfeld, selbst Enkelin der Pionierin von Frauenbildung und Sozialarbeit in Hamburg, hatte von Maries Existenz erst nach drei Jahren erfahren, und holte die unehelich geborene Enkeltochter aus dem Waisenhaus. Manche Eltern wollten ihren Kindern zwar den „gefährlichen Umgang“ untersagen, für ihre Freundinnen war Marie Nejar das Mädchen von nebenan. Aufgrund der Nürnberger Rassengesetze von 1935 konnte sie jedoch ihre Schulausbildung nicht beenden und wurde zur Zwangsarbeit in einer Fabrik verpflichtet. Mit Hilfe einer liberalen Klassenlehrerin, eines jüdischen Arztes und der Menschlichkeit von Polizisten der Davidswache konnte sie die ersten Jahre überleben. Ihre Hautfarbe brachte sie später zum (Propaganda)Film, an die Seite des legendären Hans Albers.
LP Leila NegraIn den 50ern machte ihre musikalische Begabung sie als Leila Negra berühmt. Auch wenn sie mit Sängerkollegen Peter Alexander über die Kindchen-Klischees, die ihr zugemutet wurden, lachen konnte, mit dreißig setzte sie dem Star mit Tedddy-Bär ein Ende. Ihren geliebten Jazz durfte sie nicht singen. Marie Nejar wollte danach ein ganz normales Leben führen und wurde Krankenschwester am Hamburger UKE.

Buch traurige AugenIm Gespräch mit Petra Sorge dos Santos erzählt sie von den nächtelangen Gesprächen der kleinen Marie mit ihrer Oma, warum ihre Mutter einfach nur eine Fremde war und wie sie sich mit 80 noch so fit hält. Erfahren Sie mehr über Hamburger Mentalität, „Manchmal ein bißchen ruppig und leicht pikiert“, eine gewisse Widerständigkeit der St.Paulianer, und über die Vorzüge der schönen Hansestadt „bei Sonne draußen im Café sitzen“ und was für Marie Nejar außerdem typisch an ihrer Heimat Hamburg ist. Sie, die so viel Ausgrenzung erlebt hat, macht sich abschließend stark für mehr Inklusion.

Das ganze Interview auf TIDE TV. Mehr über Marie Nejars Jugend im Dritten Reich in ihrer lesenswerten Biografie.


BRICS+ Globales Lernen für Frauen in Führung

11. November 2013

2014 Lernreisen nach Indien, Brasilien oder Ghana/Nigeria

Die Welt dreht sich.
Schwellenländer werden zu gleichgewichtigen Playern der Weltökonomie, Frauen kommen immer mehr in Führung.
Doch dazwischen gibt es Lücken: Es sind zu wenig Frauen in Leadership-Positionen, und deutsche Managerinnen haben signifikant weniger Auslandserfahrung als ihre männlichen Kollegen.BRICS+ Global Learning programmeBridging the Gap
Drei Reisen zeigen nicht nur Dynamik und Potential der aufstrebenden Ökonomien in Indien, Brasilien und im westlichen Afrika. Das Global Learning Programme BRICS+ bietet Frauen in Führung zudem die einzigartige Chance, andere Geschäftswelten kennenzulernen und sich bei Treffen auf Augenhöhe  ein globales Netzwerk aufzubauen
Schon die  Vorbereitung ist international, Veranstalterin und Mentorinnen kommen aus Großbritannien, USA und Deutschland. Diagnose mit Profil und Brancheninteressen sowie  Coaching zu Interkultur und Leadership bereiten auf den Austausch mit Counterparts vor.
Treffen mit Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft sowie Seminare und gemeinsame Reflexionen bieten in kurzer Zeit ein Maximum an Perspektiven auf das jeweilige Zielland.

Zielgruppen

  • Unternehmen, die bereits Frauen fördern oder Frauen für Führung/Vorstände qualifizieren wollen
  • weibliche Führungskräfte, die  innerhalb ihrer Organisationen in globalen Positionen arbeiten oder diese anstreben
  • Dienstleister, die dieses einmalige Programm unterstützen wollen

Informationen in Deutschland Petra Sorge dos Santos