„A“ Presidenta

10. September 2014

Kolumne über Frauen und die Macht der Sprache

Gestern hatte unser Honorarkonsul zum brasilianischen Unabhängigkeitstag geladen. Ein interkulturelles Fallbeispiel.

Amtsantritt einer Frau - Präsidentin Dilma

Amtsantritt einer Frau – Präsidentin Dilma

Mitten in einem Gespräch über Frauen im brasilianischen Bürgerrat traf mich quer von der Seite die Belehrung einer jungen Brasilianerin.  Brasiliens Presidenta Dilma Rousseff  müsse richtig „O Presidente“ heißen. Die maskuline Form sei schließlich die allgemeine Form für das Präsidentenamt. Meine Antwort, dass selbst das brasilianische Präsidialamt offiziell von „a presidenta„, der Präsidentin, spricht und schreibt, war in ihren Augen kein Argument.
Da dies kein Einzelfall ist, aber doch bemerkenswert, greife ich jetzt mal in die Tastatur.

Wer würde heute in Deutschland beim Auftritt von Angela Merkel noch sagen „es spricht der Kanzler„? Richtig, vielleicht noch ein paar Ewiggestrige. Frau Merkel ist die Staatenlenkerin Deutschlands und laut Wirtschaftsmagazin Forbes die mächtigste Frau der Welt. Sie verdient eine Bezeichnung, hinter der die Frau sich nicht verstecken muß. Doch nicht nur sie.
Auf meinem Zertifikat der Universität Hamburg heißt es noch „Diplom-Pädagoge“. Damit hab ich mich wie viele andere meiner Generation schon 1981 nicht mehr gemeint gefühlt. Das Primat der Subsumierung von Frauen in der männlichen Berufsbezeichnung ist eine lange, auch deutsche Tradition. Und die hat sich nicht von selbst verändert.

Sprache reflektiert Gesellschaft, gesellschaftliche Veränderungen. Damit unterliegt auch sie selbst dem Wandel.

Von „Vaterland.Muttersprache„,  „Übung macht die Meisterin“ bis hin zur „Geschlechtersymmetrie“ –  die Reflektion von ‚Frauensprache-Männersprache‚ schüttelt Deutschland in Linguistik und Gesellschaft seit Beginn der 80er Jahre. In Brasilien ging es zur gleichen Zeit  um Demokratisierung nach einer langen Diktatur. Die harten Fakten (Existenzsicherung) kamen meist vor den weichen (Diskriminierung in und Exklusion durch Sprache). Dennoch wurde ich während vieler Beratungseinsätze in Brasilien schon in den 90ern Zeugin der Femininisierung des Brasilianisch.  Verständlich, dass Veränderungen wie die Sichtbarmachung von Frauen in der Sprache, zunächst von einzelnen initiiert werden.  Dann werden es immer größere Gruppen, erst danach beginnen Organisationen und Institutionen Sprachänderungen zu übernehmen. Bis zur Anerkennung im Sprach-TÜV, dem deutschen Duden oder dem brasilianischen Aurelio, vergehen allerdings schon mal Jahrzehnte.

Sprache zeigt Haltung

Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat Brasiliens Präsidentin, Dilma Rousseff, 2013 zur drittmächtigsten Frau der Welt gekürt. Umso bemerkenswerter finde ich das Beispiel der jungen Frau:  vielleicht eine Studentin, eventuell sogar Stipendiatin des Programms der von ihr auf die männliche Form reduzierten Präsidentin.  Was für ein Paradox, vor mir eine junge Brasilianerin in Deutschland, die für ihre eigene Abkoppelung vom Fortschritt kämpft – sollte ich lachen oder weinen?
Denn sie repräsentiert das junge Brasilien, eine dynamische Generation, die auch in Deutschland etwas bewirken könnte.  Im Gespräch zeigte ihr Verhalten nur das alte Brasilien. Die immer noch starke Definitionsmacht einer kleinen männlichen Elite in einem sich rasant modernisierendem Land. Dabei ist die Mehrheit der 200 Millionen Brasilianer weiblich und jung 1).  Sollte Sprache das nicht widerspiegeln dürfen oder sogar müssen?

Zugegeben, Brasilien ist komplex und eine Gesllschaft mit äußerst vielen Widersprüchen. Wieviel könnte die junge Frau von ihrem Aufenthalt profitieren, wäre sie beweglich im Kopf.  Was für ein einmaliges Privileg, Perspektiven zu wechseln und aus dem fruchtbaren Aufeinandertreffen der Kulturen zu lernen! Doch das geht nicht ohne bewußte Entwicklung der eigenen Kompetenz zwischen den Kulturen. Als Botschafterin 2) des aktuellen Brasiliens, die auch sie, gewollt oder ungewollt, ist.
Vielleicht hat es der jungen Frau aber auch nur an acesso, an Zugang zu Informationen, Zugang zu Veränderungen in ihrem Land gefehlt… Se atualize, mulher! würde ich am liebsten sagen.

Wie sprechen wir Vielfalt und Inklusion?

Als Frau mit viel Erfahrung und Reflexion zwischen Brasilien und Deutschland weiß ich, dass Kommentaren von Nicht-BrasilianerInnen zur ‚Terra Mãe‘  zunächst oft mit Misstrauen begegnet wird. Entendo.
Wer mich kennt, schätzt meine Lösungsorientierung, der ich auch als Coach verpflichtet bin. Hier kommt die brasilianische Antwort. Geeignet zugleich für den Conselho de Cidadania de Hamburgo in der Vorbereitung auf den bevorstehenden Kongreß zu Genderfragen in Brasilia.

Manual Linguagem nao sexistaDas Handbuch, dass nun auch offizell Abhilfe schafft: O „Manual para o Uso não Sexista da Linguagem“, der 112seitige Leitfaden zum nichtsexistischen Gebrauch der Sprache, wurde gerade von der Regierung des Bundesstaats Rio Grande do Sul veröffentlicht.
Unser Thema wird dort ausführlich in Kapitel 6 behandelt – Berufe, die von Frauen ausgeübt werden. Und dort heißt es natürlich „a presidenta“.
Wie auch:

„Der Widerstand gegen die Verweiblichung von Berufen oder Ämtern basiert niemals auf rein linguistischen Argumenten, …, Sprachen sind üblicherweise generös, … die Riegel sind ideologisch.“
“As resistências a feminizar uma profissão ou cargo nunca se baseia em argumentações estritamente linguísticas, porque as resistências não vêm da língua, as línguas costumam serem amplas e generosas, dúcteis e maleáveis, hábeis e em perpétuo trânsito; as travas são ideológicas…”
Eulàlia Lledó Cunill (2002)

In diesem Sinne  hier der Link zum Manual, das die Grammatik in ein wunderbares Lesebuch über die brasilianische Sprache integriert. Mal sehen, ob sich auch die etwas konservativeren BrasilianerInnen mit „A Presidenta“ anfreunden können. Denn eins ist jetzt 4 Wochen vor der Wahl schon sicher: auch ihre nächste Präsidentin wird eine Frau. Unsicher ist nur der Vorname.

Petra Sorge dos Santos

Petra Sorge dos Santos arbeitet als Brasil International Coach mit Professionals aus Deutschland, Brasilien, Portugal und Angola. Die studierte Berufsbildnerin trainiert nicht nur männliche Führungskräfte zu Diversity.
Cultures Change Leadership – CL!CAnm 1+2 Blog1 presidenta

BRICS+ Globales Lernen für Frauen in Führung

11. November 2013

2014 Lernreisen nach Indien, Brasilien oder Ghana/Nigeria

Die Welt dreht sich.
Schwellenländer werden zu gleichgewichtigen Playern der Weltökonomie, Frauen kommen immer mehr in Führung.
Doch dazwischen gibt es Lücken: Es sind zu wenig Frauen in Leadership-Positionen, und deutsche Managerinnen haben signifikant weniger Auslandserfahrung als ihre männlichen Kollegen.BRICS+ Global Learning programmeBridging the Gap
Drei Reisen zeigen nicht nur Dynamik und Potential der aufstrebenden Ökonomien in Indien, Brasilien und im westlichen Afrika. Das Global Learning Programme BRICS+ bietet Frauen in Führung zudem die einzigartige Chance, andere Geschäftswelten kennenzulernen und sich bei Treffen auf Augenhöhe  ein globales Netzwerk aufzubauen
Schon die  Vorbereitung ist international, Veranstalterin und Mentorinnen kommen aus Großbritannien, USA und Deutschland. Diagnose mit Profil und Brancheninteressen sowie  Coaching zu Interkultur und Leadership bereiten auf den Austausch mit Counterparts vor.
Treffen mit Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft sowie Seminare und gemeinsame Reflexionen bieten in kurzer Zeit ein Maximum an Perspektiven auf das jeweilige Zielland.

Zielgruppen

  • Unternehmen, die bereits Frauen fördern oder Frauen für Führung/Vorstände qualifizieren wollen
  • weibliche Führungskräfte, die  innerhalb ihrer Organisationen in globalen Positionen arbeiten oder diese anstreben
  • Dienstleister, die dieses einmalige Programm unterstützen wollen

Informationen in Deutschland Petra Sorge dos Santos


Besser Wahrnehmen – Vielfalt zulassen

28. November 2012

Von den Anfangsschwierigkeiten beim Diversity Management

Keine ungewöhnliche Situation  – die amerikanischen Führungsriege eines internationalen Konzerns wollte mehr europäische Manager in ihren Reihen haben. Edgar Schein, der Guru der Organisationskultur,  berichtet, was dann passierte.
Die Manager schauten sich einige erfolgversprechende Kandidaten an, konnten aber keinen ganz und gar geeigneten finden. An jedem war etwas auszusetzen. Der aussichtsreichste Kandidat war schließlich ein Italiener. An ihm bemängelten sie jedoch, dass er zu emotional sei.  Ihrer Vorstellung nach konnte ein „emotionaler“ Mensch keine klaren Entscheidungen treffen.
Das war eine so tief verwurzelte Annahme, dass sie gar nicht mehr hinterfragt wurde. In Wirklichkeit suchten diese amerikanischen Manager nach ihresgleichen in Europa. Sie wussten es bloß nicht, und das war ihr Problem.

Edgar Schein*  behauptet, dass unter jeder Kultur eine Schicht von Annahmen und Werten liegt, die nicht mehr hinterfragt werden. Auf dieser Ebene bewegt sich sprachlich das „man“. Man weiß, was sich gehört. Man hält sich dran.

Geteilte Annahmen und Werte sind ausgesprochen wichtig für eine Gemeinschaft. Es geht dabei um Konventionen, enger oder weiter gefasste, oberflächlichere oder tiefgreifendere Konventionen, die einer Gruppe das gemeinsame Leben erleichtern.

Wenn nun Fremde in diese Kultur gelangen, in ihr landen oder sogar eingeladen werden, funktionieren manche Selbstverständlichkeiten nicht mehr. Das können Kleinigkeiten sein, wie das Lachen über Ostfriesenwitze oder das Essen mit Messer und Gabel. Es kann aber auch zu schwerer wiegenden Problemen kommen, wie bei der Interpretation von Körpersprache oder der Bewertung von Männer- und Frauenverhalten.

Wichtig ist, sich bewusst zu sein, dass man bereits auf der Basis von unausgesprochenen Annahmen wahrnimmt.

Der Andersartigkeit Platz zu machen, bedeutet also, die sichere, bequeme Sichtweise der gemeinsamen Annahmen und Werte ablegen zu können. Das ist nicht leicht und außerdem unbequem. Andererseits geht es nicht darum, neu auszuhandeln, ob man bei Grün, Rot oder Blau über die Straße gehen darf. Es geht auch nicht darum, das, was gestern schlecht war, heute gut zu finden.

Wichtig ist, die eingeschränkte Perspektive zu erweitern und klarer auf der Grundlage umfassender Einsichten zu urteilen. Eben nicht nach dem ersten Impuls, scheinbar objektiv nach „Sachlage“, sondern im Bewusstsein der eigenen Subjektivität.

Elisabeth Göhring,
Herausgeberin www.unternehmenskultur-magazin.de

Zum Vertiefen
*Edgar H. Schein, „Prozessberatung für die Organisation der Zukunft“, EHP Organisation, 2003 (S.131)

Ergänzende Artikel:


Boas Festas – Feliz Navidad – Seasons Greetings

21. Dezember 2011
Radio Triangula on Dec 24th 2011

Who likes to start the famous 24th in a different way – Radio Triangula celebrates musician’s cooperations across cultures. Listen to

  • a tribute to the Queen of capeverdian Morna Césaria Evora
  • another edition of  „mein interkultureller Alltag“ column: Riding on the Bus
  • coproductions from Capeverde-Mali, Mali-US,  US-Guinea, Brazil-Surinam and  Bantu-Tupi-Nago

And get to know Playing for change, a worldwide project in order to connect the world through music.

Finally there are some German christmas songs in a crosscultural outfit.

Wherever you come from our Seasons Greetings to everybody,
that your personal 2012 will be filled with

Happiness, Health and Connectedness

Radio Triangula – Saturday 24th as livestream on tidenet.de
at 4 pm in Germany – 3 pm GMT – 1pm in Brazil – 5 pm in SouthAfrica


Youtube-Stars plaudern über Hamburg

17. Juni 2011
TV-Tipp NYC @ Hamburgisch by Culture

NYC @ Hamburgisch by Culture

Mit Humor, Kreativität und viel Arbeit haben sie geschafft, wovon viele träumen. Nunzio, Yangs und Cheng sind Senkrechtstarter bei Youtube. Dort haben sie es als Super Asia Brothers mit authentischen Geschichten rund um Klischees in einem halben Jahr auf 2,5 Millionen Klicks gebracht. Heute firmieren sie unter NYC Production und hoffen, von Ihrem Schauspiel- und Filmtalent leben zu können

Petra Sorge dos Santos unterhält sich mit dem interkulturellen Trio, dessen Wurzeln in Italien, Philippinen und Taiwan liegen. Es geht um Hamburger Lieblingsecken und die Wilhelmsburger Oma. Dabei erfährt man auch, was es heißt „durch“ zu sein und warum die Jungs bei aller Lockerheit Respekt vor Eltern und Alter haben und inzwischen selbst als Lebensberater gefragt sind. Authentisch Anders.
Sehen Sie das ganze Interview in Hamburgisch by Culture FR den 17.6. um 21:30 auf  TIDE TV – und demnächst auch auf youtube.
Wiederholung am 21.6. um 22h.


Change in Firmen-Kommunikation

14. März 2011
Online-Newsletter lassen Sie CLIC-ken

Gedruckte Firmen-News sind out. Nicht nur wegen Kurzlebigkeit, Aufwand und Kosten. Online-Newsletter vereinen, was heute so wichtig ist: den schnellen Überblick und jede Menge Mehrwert. Denn der Hyperlink führt zusätzlich zu interessanten Inhalten im Netz. Wenn mehr Information gewünscht wird, ist sie auf einen Click  da. Sofort ist man mit vielen websites, Artikeln oder auch Veranstaltungen verbunden. Der Leser weiß Zusatznutzen und Freiheit zu schätzen.

Hier ein Beispiel, der aktuelle CLIC-Newsletter

CLIC Newsletter I-11


Presidenta Dilma verkörpert das Neue Brasilien

2. Januar 2011
Brasiliens 1. Präsidentin mit 6 Sicherheitsfrauen und 9 Ministerinnen in Brasilia vereidigt

Mit einer Referenz an die Frauen begann die neue Präsidentin ihre Antrittsrede: „Ich bin angetreten Türen zu öffnen, damit in Zukunft viele Frauen Präsidentin werden können und alle Brasilianerinnen am heutigen Tag Stolz und Freude fühlen, Frau zu sein.“

Zum ersten Mal in der Geschichte dürfe sich ihr Land “ an die Schulter einer Frau lehnen“ Auch die Besetzung von neun Ministerien mit Frauen markiert den Wandel.
70.000 Brasilianerinnen und Brasilianern waren aus dem ganzen Land angereist, um Dilma Rousseffs Amtsantritt beizuwohnen. Auch hier setzte Dilma Zeichen: sechs weibliche Bodyguards begleiteten den Inaugurations-Rolls Royce  zu Fuß durch den strömenden Regen der Haupstadt.

Nach ihrer Vereidigung versprach sie, die Politik ihres Amtsvorgängers Präsident Lula auszubauen.  Er habe  die Art des Regierens verändert, „seine größte Lektion für uns alle war, die Kraft des einfachen Volkes anzuerkennen und in sie zu investieren“ Lula habe die Brasilianer dazu gebracht, an sich und die Zukunft ihres Landes zu glauben. Trotz des großen Wirtschaftswachstums von aktuell 8% sei Brasilien noch immer eine der ungleichsten Gesellschaften der Welt und sie werde die Verletzlichsten schützen und eine Präsidentin für alle sein.

Welche Rolle die neue Präsidentin auch auf internationalem Parkett spielen kann, zeigte sich nicht nur in der Anwesenheit von elf  internationalen Regierungsvertretern. Hillary Clinton beglückwünschte Dilma besonders herzlich und nutzte die Begegnung mit Venezuelas Hugo Chavez zu einem ersten Small Talk, der das Eis der mehr als unterkühlten binationalen Beziehungen brechen wird. Und Dilma selbst ist eingeladen, Mexiko, die Nummer 2 in Lateinamerika noch in diesem Jahr zu besuchen.

Petra Sorge dos Santos


Deutsche Wirtschaft verschläft Chancen in Afrika

6. Juli 2010
China baut Straße von Kairo bis Kapstadt

Der Afrikanische Patient, ARD

Mit einem Wirtschaftswachstum von 6% trotzt Afrika der Finanzkrise. Doch viele afrikanische Regierungen haben es versäumt, in die Infrastruktur ihrer Länder zu investieren. Deutsche Firmen auch, jetzt tun es die Chinesen.

„Erst eine Straße bringt Wohlstand“, weiß schon der alte Samburo Nomade, der den Straßenbau in Kenia bewacht. Und diese Weisheit kennt man auch in China. „Bei uns auf dem Land sieht es besser aus als hier in manch afrikanischer Stadt“ sagt ein chinesischer Ingenieur in der ARD-Doku Der afrikanische Patient. Chinesen und Afrikaner verbindet mehr als nur so manche Lebensphilosophie.  „China gibt, was Afrika braucht“ sagt Ruandas Präsident Kagame.
Keine Frage,  für China ist Afrika ein Milliardengeschäft. Keine Frage, auch Chinas Begehrlichkeit gilt den Rohstoffen des jahrhundertelang ausgebeuteten Kontinents. Doch warum realisert das Reich der Mitte, was deutsche Ökonomie lange schon hätte unterstützen können?

Wie so oft ist es unser Bild vom anderen, das unser Handeln prägt.

Deutsche Entwicklungshilfe hat Afrikaner mit Katastrophenhilfe und nur punktueller Förderung über Jahrzehnte zu abhängigen Hilfsempfängern „entwickelt“. Und der afrikanische Markt ist für die meisten deutschen Unternehmen nach wie vor Terra Incognita,  doch  „wer in Afrika zu spät kommt, der verpaßt die Zukunft.“

Moderne Afrikaner erwarten Hilfe zur Selbsthilfe. Nicht mehr und nicht weniger.

Coaching und Training Insights Africa.


Deutschlands Nr.1 für Bunte Republik

3. Juli 2010
Programmatische Antrittsrede des neuen Bundespräsidenten

Treffen der Kulturen von petra hhLang hat’s gedauert, doch jetzt ist es überraschenderweise ein christdemokratischer Bundespräsident, der sich für ein buntes Deutschland stark macht.

Aus urdeutscher Disziplin und türkischem Dribbling entstehe etwas Neues und Gutes und Christian Wulff ermutigt, „das Verbindende statt dem Trennenden in unserer bunten Republik zu suchen“ . Mehr aus der programmatischen Antrittsrede des frischgebackene Bundespräsidenten.

Auch lifestylemäßig wird Wandel markiert: Kaum im Amt, schon feiert Christian Wulff die erste Party im Schloß Bellevue. Doch der traditionelle Amtssitz wird nicht der Wohnsitz der deutschen Patchworkfamilie Nr. Eins sein.“Wir sind jetzt auch Wohnungssuchende“, spricht die junge First Lady ins Mikrofon.

„Da kündigt sich ein Paradigmenwechsel an“ kommentiert Petra Sorge dos Santos, „der Bundespräsident hat Diversity zum Leitbild erhoben, jetzt müssen Taten in Wirtschaft und Gesellschaft folgen. Die Profis für kulturellen Wandel stehen bereit.“
Sie selbst verbindet seit 1995 mit CL!C -Crossculture, Linking and Consulting- „das Beste aus verschiedenen Welten“.

Treffen der Kulturen von petra hh

Hamburger Frauen führen – ins Land der Ideen

3. Juni 2010
Preisverleihung an die Hamburger Karriereschmiede

Team HKS mit Laudator

Macherin trifft Absolventin

DieVeranstalterinnen des Forums „Frauen in Führung“ erhielten für ihr 2008 gegründetes Projekt „Hamburger Karriereschmiede“ die Auszeichnung Ort der Ideen 2010. Vor 200 Frauen drückte Laudator Stefan Knoll von der Deutschen Bank  seine Verbundenheit zum Träger wie zum Anliegen aus. Leider war die Anzahl der männlichen Entscheidungsträger an einer Hand abzuzählen. Herr Fröhlich, der das Grußwort im Namen des Unternehmerverbands Nord sprach, ward nicht lange gesehen. So konnten er und andere nicht erleben, mit wieviel analytischem Verstand, Selbstkritik und Humor die Gästinnen eins der brisantesten Themen für deutsche Unternehmen angingen. Wie die „Hüter der gläsernen Decken“ qualifizierte Führungsnachfolge angehen können. Verpaßte Lernchance und unkluges Signal.

Umso mehr richtige Signale kamen von den Rednerinnen. Gisela Chudziak zeigte, wie frau mit jahrzehntelangem Engagement, Beharrlichkeit und Charme auch die langsamen Behördenmühlen bewegen kann. Als Mentorin hat sie vielen Frauen und Ihren Projekten den Weg geebnet. Die Absolventin der HKS Claudia Paulsen-Rist, heute Personalleiterin bei der HHLA, ermunterte die Teilnehmerinnen, die eigene Hürde niedriger zu legen und sich öfter zu bewerben. Geschlechtsspezifische Haltungen beschrieb sie so: Mann sieht Ausschreibung und denkt „30% kann ich, klasse, da bewerb ich mich“- Frau sieht Ausschreibung und denkt „ich kann nur 90% der Anforderungen, da bewerb ich mich lieber nicht“.

Julia Jäkel GF Verlag G&J

Der krönende Abschluß war sicherlich die erfrischende Rede von Julia Jäkel, heute eine von vier Verlagsgeschäftsführerinnen von Gruner & Jahr. Am Beispiel ihrer eigenen nicht geradlinigen Karriere illustrierte sie die Bedeutung von Determination sowie der Kombination aus Ehrgeiz und Lässigkeit. Und dem Mut, Chancen zu ergreifen, gerade wenn frau noch nicht alles kann. Zum Nachdenken brachte Julia Jäkel mit Ihren Beobachtungen zur Frage: Wollen Frauen wirklich ins Top-Mangement?
Auch sie gehörte zu den jungen Frauen, die Quoten ablehnen. Ihre Erfahrung im Top-Management, umgeben von vielen weiblichen Mitarbeiterinnen, hat sie zur Umkehr im Denken veranlaßt. Besonders erfreulich ihr Dank an die Generation der weiblichen Vorkämpferinnen.
Dank der Frauen von der Hamburger Karriereschmiede eine Veranstaltung, die neue Kontakte geschaffen hat.