Brasilianische Künstler und ihr Draht nach Oben

Profis und Talente auf Irmã Sheila’s Weihnachtsbühne

von Petra Sorge dos Santos

„Künstler haben eine besondere Sensibilität und damit auch einen besonderen Draht nach oben, zum Spirituellen“. Seit 26 Jahren kümmert Irmã Sheilla sich  um das seelische Wohlbefinden von Brasilianern und Deutschen in Hamburg. Sie und ihr weltlicher Arm, Initiatotin Mariley Lopes Stoll, haben zugleich eine große Wertschätzung für die Kunst und ihre Protagonisten. Zum dritten Mal hatte sie quer durch die Genres eingeladen und 39 Künstler sind ihrem Ruf gefolgt.

„You’ve got a friend“ mit ihrer Version  er-öffnete Jazz-und Bossa-Sängerin Leila Pantel den Abend wie auch unsere Seelen.

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Leila Pantel – ChorCovado – Schauspielgruppe

Gefolgt vom bunten ChorCovado. Den deutsch-brasilianischen Chor, ein Vorbild an Inklusion -von Laien und ProfiSängern,  Frauen und Männern, Alt und Jung- hat die erfahrene Chorleiterin Suely Lauar in fünf Jahren zu wahrer Perfektion geführt. Das unvergleichliche „Aquarela do Brasil“ füllte den Saal an der Horner Rennbahn vielstimmig aus. Mit einem kleinen Schauspiel gings weiter. Wir sahen, wie eine ganz normale Familie am Heiligabend den schüchternen Bettler Josué zum Essen einlud.

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Constanze Matheus – Wado Barcellos – Joje Watutsi

Im Programm auch eine deutsche Sängerin:  Constanze Matheus erzählte zum Klang der Harfe von der ganz pragmatischen Weihnachtshilfe ihres kleinen Sohnes. Mit klangheller Stimme sang sie auf Hebräisch und auf Finnisch aus ihren ‚Liedern um die Welt‘. Die Musiktherapeutin in ihr schließlich entließ uns mit gesummten Ommms und unserer inneren Liebesbotschaft in die Dinnerpause.
Nach der Musik von Wado Barcellos mit Hit von Gil und einer Eigenkomposition war es Zeit für eine Perfomance. Joje Watutsi, Percussionist, Tänzer und 1.Streetperformer aus Bahia stellte uns „Noel, o padrasto“, den Weihnachtsmann als stiefväterlichen Erziehungsberechtigten vor. Perspektivwechsel zum Mitdenken.

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Anninha – Nil Lus – As Baianas

Gefolgt von Aninha, die als gelangweilte Ballettänzerin ihre Freude am Forró auf Spitzen entdeckt. Gitarrist und Sänger Nil Lus entführte uns in die Welt der Heiligen, zu São Jorge nach Kappadokien und zu Iemanjá vor die Küste Syriens. Beeindruckend interpretiert und zum Nachdenken. Wie immer in Brasilien folgte der Kontrast sofort. Fröhlich und farbenfroh ging es weiter mit Rosário und den Baianas. Kostümtanz zu Rios Samba-Rhythmen.

Anisia und Sonia von Macabahia

Anisia und Sonia von Macabahia

Den Abschluss gestaltete Macabahia. Ein im letzten Jahr entdecktes Duo von Anisia aus Bahia und Sonia aus Macapá. Professionell begleitet von vier deutschen Musikern machten sie mit ihren schönen so unterschiedlichen Stimmen den „Canto aos orishás“ zum verdienten Höhepunkt des Abends.
Ein tolles Kaleidoskop brasilianischer Künstler und Talente, ein wunderbarer Weihnachtsauftakt!
Wer kulturelle Vielfalt plus Qualität in Hamburgs brasilianischer Diaspora erleben möchte, sollte sich die Weihnachtsfeier von Irmã Sheila für 2017 vormerken.

Fotos ©Petra Sorge dos Santos

PS: Wer schon im Januar sein Höheres Ich mit Kultur verbinden möchte, der kommt am 15. an die Landungsbrücken. Salvador hat die Lavegem do Bomfim, Hamburg die Levada do Bom Começo!

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